Arbeitsblatt
Wessen Stimme ist das?
Ein Arbeitsblatt über Werte, die dir gehören — und über die, die du übernommen hast.
Die meisten Menschen kennen ihre Werte nicht. Sie kennen die Sätze, nach denen sie leben. Das ist nicht dasselbe. Ein Satz, der seit dreißig Jahren im Kopf mitläuft, fühlt sich an wie eine Überzeugung — auch dann, wenn er ursprünglich jemand anderem gehört hat.
Diese Übung trennt das eine vom anderen. Sie dauert etwa fünfzehn Minuten und braucht nichts außer Stift, Papier und einem Moment, in dem niemand etwas von dir will.
Schritt 1 — Fünf Sätze
Schreibe fünf Sätze auf, die du im Kopf hörst, wenn du eine Entscheidung triffst. Sätze, die anfangen mit:
- „Man sollte …"
- „Ein richtiger …"
- „Eine gute …"
- „Das macht man nicht, wenn …"
- „Erst wenn …, dann darf ich …"
Nimm die, die zuerst kommen, nicht die, die gut klingen. Es geht nicht darum, kluge Sätze zu finden, sondern ehrliche.
Schritt 2 — Zwei Fragen pro Satz
Gehe die fünf Sätze einzeln durch und beantworte für jeden:
Wessen Stimme höre ich da?
Manchmal ist es ein Mensch mit Namen. Manchmal eine Berufsgruppe, eine Familie, eine Zeit. Manchmal fällt dir niemand ein — auch das ist eine Antwort, schreib sie hin.
Wenn ich morgen dagegen handle — wovor genau hätte ich Angst?
Nicht was passieren würde. Wovor du Angst hättest. Der Unterschied ist der ganze Punkt.
Schritt 3 — Der eine Satz
Sieh dir deine fünf Sätze an und markiere den, bei dem die Antwort auf die zweite Frage am schwersten zu schreiben war.
Das ist nicht zufällig der wichtigste. Es ist der, an dem am meisten hängt.
Schreibe ihn noch einmal auf ein eigenes Blatt — und darunter einen zweiten Satz: wie er lauten würde, wenn er dir gehören würde.
Du musst mit diesem Satz jetzt nichts tun. Ihn zu kennen ist der Schritt. Alles, was danach kommt, kommt danach.
Arbeitsblatt als PDF herunterladenWenn du nach dieser Übung wissen willst, wo du insgesamt stehst: Mein inneres Profil ist eine kostenlose Selbsteinschätzung in dreizehn Fragen.
Tobias Falkenroth — Business- & Life Coach (IHK)